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Loslösung

Loslösung

Loslösung ist kein Verlust, sondern eine stille Entscheidung für Dich selbst.

Oft hältst Du an Menschen, Geschichten, Erwartungen oder alten Rollen fest, weil sie Dir vertraut sind. Nicht, weil sie Dich noch nähren. Loslösung beginnt dort, wo Du ehrlich wahrnimmst, dass etwas seine Zeit erfüllt hat.

Loslassen bedeutet daher nicht, etwas zu verdrängen oder zu vergessen. Es bedeutet vielmehr, die Erfahrung zu würdigen – und ihr nicht länger die Macht zu geben, Deine Gegenwart zu bestimmen.

Manchmal geht dem Loslassen Trauer voraus, manchmal Wut und manchmal Müdigkeit. Doch Du nimmst Deine Energie aus alten Bindungen zurück und stellst sie Dir selbst wieder zur Verfügung.

Loslösung ist kein Bruch – sie ist ein Übergang zurück zu Dir und zu dem was in Dir wachsen will.

Gedankensplitter-Video

Impulstext

Es war mal eine Frau. Sie stand am Ufer eines Flusses und sie hatte gehört auf der anderen Seite sei das Leben einfacher, bunter, schöner und aufregender. Neuland ist die Welt da drüben und wer davon zu ihr sprach, dem blitzten die Abenteuer aus den Augen.

Die Frau war nicht zum ersten Mal hier. Immer wieder einmal hatte ihre Sehnsucht sie ans dieses Ufer gelockt, an dem sie dann mit hängenden Armen gestanden war, zerrissen von der Mutlosigkeit und dem Traum vom ganz anderen Leben. Ängste und Zweifel hatten dann wie hungrige Ratten an ihr genagt und ein Chor von Ja-aber- Stimmen hatten ihr, ich-möchte-doch übertönt.

Sie war immer wieder umgekehrt und hatte sich nicht ohne Erleichterung still in die vertraute Eintönigkeit ihres gewohnten Alltags eingereiht. Eine Weile hatte sie schrittgehalten, doch die Unzufriedenheit mit dem, was sie tat und dem, was sie unterließ, hatte stetig zugenommen. Auch die Betäubung durch ihre rastlosen Versuche, das Unbehagen auszuhalten, hatte beunruhigend nachgelassen.

Nun stand sie wieder hier und diesmal war es anders. Sie hatte einen riesigen Rucksack gepackt mit Dingen, von denen es sie sich beim besten Willen nicht trennen konnte. Er war so groß und schwer, dass sie von Tragen und Zehren und Ziehen schon einen Großteil ihrer Kraft verbraucht hatte.

Aber diesmal wollte sie nicht mehr umkehren. Das Neuland da drüben, das war ihr Ziel. Nun sah sie aber keine Brücke, kein Schiff und an Schwimmen war gar nicht zu denken.

Sie erschrak als plötzlich lautlos das kleine Boot des Fährmanns durch das Schilf glitt.

Der Fährmann war ein eigenwilliger alter Kautz, der manchmal und nur, wenn er Lust hatte, Reisende übersetzte.

Er legte sein Boot an und starre, befremdet, das sperrige Gebäck und dann die Frau an. „Hast du vor, dich hier mit einem gesamten Hausstand anzusiedeln“, schnarrte er nicht gerade freundlich. Die Frau, die den Fährmann als einen Wink des Schicksal sehen wollte, schüttelte erleichterte den Kopf. „Nein, ich möchte auf die andere Seite des Flusses und ich wäre dir sehr dankbar, wenn du mich hinüberbringen würdest!“

Der alte, krächzte bissig, das das Übersetzen wohl noch angehen wird, doch Neuland betritt man nur mit leichtem Gebäck. „Da wirst du dich erst noch von einigen verabschieden müssen“, erwiderte er.

Die Frau schaute erschrocken auf ihren Rucksack. „Aber, ich habe doch schon nur das Nötigste eingepackt“, stammelte sie. „Ich kann mich doch nicht von all dem Vertrauten trennen!“

Der alte macht eine mürrische Handbewegung. „Wer neu anfangen will, kann nicht gleichzeitig am Alten festhalten! Die Requisiten der Vergangenheit sind Ballast, der Neues behindert und verhindert. Erst wenn du bereit bist, loszulassen, machst du deinen Geist frei für neue Wege. Mit deinem alten Gebäck kannst du bis ans Ende der Welt laufen, du wirst dich doch immer wieder nur im Altvertrauten einrichten und dich letztendlich keinen Schritt hinaus bewegen! Nein, meine Liebe, du wirst dich entscheiden müssen, wenn du Neuland erobern möchtest.“

Erstaunlich behänd sprang er ins Ufer und legte sich genüsslich ins Gras. In der Frau kam Panik auf. Sicher, ich könnte jetzt einfach wieder umkehren wie schon so oft. Eigentlich war es doch gar nicht zu schlimm. Es ließ sich doch irgendwie schon aushalten.

„Ja, ja, die vertraute Hölle“,  murmelte der Alte, als könnte er Gedanken lesen. „Es ist alles so schrecklich, aber auch so beruhigend vertraut.“ Er hat so verdammt recht, gestand sich die Frau nun wütend ein.

Sie zerrte an der Schnalle ihres Rucksacks und öffnete in. Was quellte alles heraus? So viele Ängste und Zweifel, ausgeleierte Gewohnheiten, Zaudern und Zögen, vergilbte Träume, Ausgedachtes und Verworfenes, brüchige Ideale, verschnürte Pläne, veraltete Glaubenssätze, ein Sack Bequemlichkeit, sperrige Zwänge und knöcherne Vernunft, bitterer Entsagung und verpasste Möglichkeiten.

Die Frau saß da in mitten ihrer zweifelhaften Schätze und ließ endlich ihre ungeweinten Tränen frei. Sie betrauerte ihr ungelebtes Leben, dem sie bisher so wenig Chancen eingeräumt hatte. Wie Zinssoldaten hatte sie die Regeln und Normen um sich gescharrt, und hatte eine Mauern hochgezogen, damit nicht Unbekanntes sie beunruhigen konnte. Dass sie sich auf diese Weise zuverlässig und berechenbar ihr Gefängnis schuf, nahm sie jetzt als Erkenntnis als Form an.

Der Rucksack war fast leer. Noch tränenblind hole sie zwei unscheinbare und schon leicht angestaubte Päckchen hervor. Sie hatten wenige Gebrauchspuren. Es waren Neugier und Zuversicht.

In aller Deutlichkeit spürte sie, dass diese Kostbarkeiten unabdingbare Weggefährten auf ihrer Reise nun sein würden. Schnell packte sie ihre Schätze wieder ein, schnürte und schloss den Rucksack zu. Geräuschvoll zog sie den Nase hoch und fragte mit klarer Stimme_ „Gehen wir?“ Lächelnd löste der Fährmann das Boot vom Ufer.

So hoffe ich, dass ich dir mit dieser Geschichte einen Impuls zum Thema Festhalten versus Loslassen geben durfte, und freue mich, wenn du vielleicht das eine oder andere daraus mitnehmen konntest.

  • Vielleicht möchtest Du Dich selbst fragen, mit welchem leichten Gebäck möchtest du jetzt in deine Zukunft reisen?
  • Und welches alte Verstaute und Vertraute darf jetzt schlichtweg zurückbleiben, weil du es nicht mehr länger benötigst?

 

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