Das Runenstellen – Verkörperte Weisheit, Wille im Körper verankert
Das Runenstellen
Ähnlich wie bei den Asanas im Yoga verfolgt das Runenstellen mehrere Ebenen gleichzeitig:
- Körper- und Haltungsbewusstsein
- Gedankenkontrolle durch Gesang (Galdr)
- Gefühlskontrolle und Emotionsklärung
- Bewusstwerdung der Rune als Kraftprinzip
- Schulung und Sammlung des Willens
Die Rune wird nicht „nachgemacht“ – sie wird verkörpert.
Runenstellen als schamanische Praxis
Im schamanischen Verständnis ist der Körper kein Hindernis für Spiritualität, sondern ein Tor.
Beim Runenstellen:
- wird die Rune zur inneren Architektur
- verändert sich der Energiefluss
- tritt der Übende in Resonanz mit dem Runengeist
Es ist eine Form des stillen Dialogs zwischen:
- Körper
- Bewusstsein
- archetypischer Kraft
Zeit, Ort und Vorbereitung – nicht alles wirkt gleich
Runengymnastik kann grundsätzlich:
- zu jeder Tageszeit
- an jedem Ort
- allein oder eingebettet in Rituale
durchgeführt werden.
Doch die Erfahrung zeigt klare Unterschiede:
Tageszeit
- morgens: intensiver, klarer, aufbauend
- abends: beruhigender, integrierender
Ort
- in der Natur: kraftvoller, unmittelbarer
- in geschlossenen Räumen: fokussierter, aber gedämpfter
Bekleidung
- nackt: stärkere Wahrnehmung, direkter Energiefluss
- bekleidet: stabilisierender, schützender
Ritualrahmen
- Bannungen, Weihungen oder bewusste Ein- und Ausstiege
vertiefen die Wirkung und erhöhen die Sicherheit
Wirkung auf Natur und Umfeld
Eine wichtige Beobachtung aus der Praxis:
- Tiere reagieren oft deutlich auf Runenstellungen
- Natur „antwortet“ – durch Wind, Bewegung, Geräusche, Stille
Das zeigt:
Runenstellen ist kein isolierter innerer Vorgang, sondern Resonanzarbeit.
Körperliche Phänomene – Zeichen der Öffnung
Beim Runenstellen können verschiedene körperliche Erscheinungen auftreten.
Sie sind keine Störung, sondern Ausdruck von Energiebewegung – sofern sie achtsam begleitet werden.
Typische Phänomene:
- Zuckungen, Krämpfe, Energieschübe
→ Zeichen, dass sich Kanäle öffnen
→ ausdrücklich begrüßenswert - Kribbeln
→ Energie beginnt zu fließen - Zittern und Schütteln
→ mögliche Tranceanzeichen - Schaukeln
→ der Körper stimmt sich auf die Rune ein
→ der Bewegung folgen und die Rune weitergehen lassen - Warmer Schweiß
→ Reinigungs- und Aufheizungsprozesse
Wichtig:
- Kalter Schweiß
→ Hinweis auf Kreislaufprobleme
→ sofort abbrechen
Entladung und Reinigung
Der Körper nutzt einfache, aber wirkungsvolle Mechanismen:
- Gähnen
- Aufstoßen
- Darmbewegungen, Blähungen
Diese Reaktionen zeigen:
- stagnierende Energie (Qi) löst sich
- Blockaden beginnen sich zu entladen
Auch hier gilt:
Nicht unterdrücken – wahrnehmen und geschehen lassen.
Integration – Energie sicher zurückholen
Nach jeder Rune – oder spätestens nach der gesamten Praxis – ist Integration essenziell.
Bewährte Abschlusssequenz:
- Energie sanft in die Ohrläppchen einmassieren
- anschließend ins Gesicht
- dann in den gesamten Körper
Zum Abschluss:
- überschüssige Energie im Dantien/Hara sammeln
- Bewusstsein in die eigene Mitte zurückholen
Ohne Integration bleibt die Kraft „offen“ – mit der Integration wird sie verfügbar.
Runenstellen als Schulung des Willens
Ein zentraler Aspekt des Runenstellens ist:
Beherrschung des Willens.
Nicht:
- Durchbeißen
- Erzwingen
- Leistung
Sondern:
- Präsenz
- Ausdauer
- Lauschen
Der Wille wird nicht hart sondern klar.
Runenstellen ist
- Verkörperung archetypischer Kraft
- bewusste Arbeit mit Haltung, Atem und Präsenz
- Schulung von Wille, Wahrnehmung und Energiefluss
- eine Brücke zwischen Körper, Rune und Bewusstsein
Es ist keine Gymnastik im sportlichen Sinn,
sondern eine Initiationspraxis.
Die Rune wirkt nicht, weil Du sie stellst –
sondern weil Du Dich ihr zur Verfügung stellst.


