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Schamanische Reisen

Schamanische Reisen

Bewusstes Wandern zwischen den Welten

Spirituelle Reisen in andere Wirklichkeitsebenen sind kein exklusives Merkmal des Schamanismus. Sie finden sich in der christlichen Mystik (Visionen, Himmelsreisen, Seelenschau), im Islam (z. B. die Nachtreise Mohammeds) und in buddhistischen, hinduistischen und indigenen Traditionen.

Schamanische Reisen

Der Unterschied liegt weniger im Erleben, sondern in der Deutung.
Schamanismus verzichtet weitgehend auf moralische Wertungen wie Gut und Böse oder Belohnung und Strafe und versteht Reisen als Erkundung von Wirklichkeitsebenen.

Realitätsebenen – ein gemeinsames Menschheitsthema

Nahezu alle spirituellen Systeme kennen mehrere Ebenen der Wirklichkeit.
Im schamanischen Verständnis gibt es drei grundlegende Ebenen:

  • Untere Welt
  • Mittlere Welt
  • Obere Welt

Diese Ebenen sind:

  • keine Orte im geografischen Sinn
  • sondern Bewusstseins- und Erfahrungsräume

Keine Ebene davon ist besser oder schlechter als eine andere.
Alle sind notwendig und sie unterscheiden sich lediglich in ihrer Qualität und Funktion.

Keine Hölle, kein Himmel – sondern notwendige Welten

Während Religionen wie Christentum oder Islam die untere Welt oft als „Hölle“ und die obere als „Himmel“ deuten, fehlt im Schamanismus diese moralische Bewertung.

  • Die untere Welt ist nicht böse
  • Die obere Welt ist nicht belohnend
  • Beide sind gleichwertige Aspekte des Seins

Zwischen ihnen liegt die mittlere Welt, der Raum des alltäglichen Lebens und der menschlichen Erfahrung.

Parallelen zur germanischen Mythologie

Deine Inhalte zeigen sehr schön, wie universell dieses Weltbild ist.
In der germanischen Vorstellungswelt finden wir:

  • Midgard – die mittlere Welt, Lebensraum des Menschen
  • Utgard – das Fremde, Chaotische, das Ungezähmte
  • Hel – die Unterwelt, Ort der Tiefe, Wandlung und Ahnen
  • Asgard – die obere Welt, Sitz der Götter und Prinzipien

Schamanische Reisen bewegen sich bewusst zwischen solchen Ebenen, nicht zur Flucht aus dem Leben, sondern zur Vertiefung des Lebens in der Welt.

Die schamanische Reise – körpernah und bewusst

Schamanen reisen auf einer körpernahen Ebene in sehr klaren Bildern.

Das bedeutet:

  • der Körper bleibt präsent
  • das Bewusstsein ist wach und fokussiert
  • Bilder entstehen zwischen Struktur („Blaupause“) und emotionalem Körper

Es ist kein Traum, kein Wegtreten, keine Fantasie, sondern ein Zustand zwischen innerem Erleben und bewusster Steuerung.

Der Gang – der Tunnel als Spiegel des Lebens

Der Einstieg in die schamanische Reise erfolgt häufig über den Tunnel.

Der Tunnel steht symbolisch für:

  • das äußere Leben des Klienten
  • Altlasten, Blockaden und Hindernisse
  • den aktuellen Lebensweg

Hindernisse im Tunnel sind keine Zufälle.
Der Weg selbst ist bereits Diagnose und Erkenntnisraum.

Die Unterwelt – Ritualplatz der Seele

Die Unterwelt ist im Schamanismus kein Ort der Strafe, sondern:

  • Raum der Instinkte, Körperkraft und Lebenskraft
  • Ort der Krafttiere und archetypischen Helfer
  • Ebene, auf der der Gesundheitszustand der Seele „lesbar“ wird

Hier erscheinen:

  • Krafttiere
  • Urbilder
  • heilende Kräfte

Sie wirken nah am Körper du zeigen Vitalität und Überleben des jeweiligen Menschen auf.

Die mittlere Welt – Ahnenkreis und Subpersönlichkeiten

Die mittlere Welt entspricht der psychisch-biografischen Ebene.

Hier begegnen Dir:

  • Ahnen
  • Subpersönlichkeiten
  • karmische Muster
  • transgenerationale Prägungen

Besonders wichtig ist hier das Ahnen- und Karmator, der Ort, an dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ineinandergreifen.

Diese Ebene hilft zu erkennen, was zum eigenen Leben gehört und was übernommen wurde.

Die Oberwelt – spirituelle Führung

Die Oberwelt ist die Ebene der transpersonalen Führung.

Hier erscheinen unter anderem:

  • heilige Tiere
  • archetypische Gestalten
  • Meister, Lehrer, Götter oder Göttinnen
  • lichtvolle Gestalten

Sie erscheinen in Formen, die für den Reisenden verständlich und wirksam sind und sind Träger von Prinzipien wie Weisheit, Schutz, Erdung und Führung.

Symbolik statt wörtlicher Deutung

Ein schamanischer Grundsatz lautet: Es ist nicht entscheidend, wer erscheint, sondern was sich zeigt.

Die Wirkung einer Begegnung ist wichtiger als ihre äußere Form:

  • Gibt sie Kraft?
  • Gibt sie Klarheit?
  • Gibt sie Richtung?

Schamanische Reisen liefern keine Dogmen, sondern Impulse zur Integration ins tägliche Leben.

Ziel der schamanischen Reise

Schamanische Reisen dienen nicht der Flucht, sondern:

  • der Heilung
  • der Erkenntnis
  • der Wiederherstellung von Balance

Sie wirken dann nachhaltig, wenn:

  • das Erlebte reflektiert wird
  • es in den Alltag integriert wird
  • verantwortungsvoll damit umgegangen wird

Die Reise endet nicht im Jenseits, sie beginnt dort und vollendet sich im Leben.

Schamanische Reisen sind:

  • bewusste Bewusstseinsverschiebungen
  • Wanderungen durch symbolische Wirklichkeitsebenen
  • Werkzeuge zur Diagnose, Heilung und Orientierung
  • kulturübergreifende mystische Erfahrungen
  • frei von moralischer Wertung

Sie führen nicht weg vom Leben, sondern tiefer in es hinein.

Vertiefung des Wissens

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Geführte Seelenreisen: Krafttierreisen

 

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